Mein persönlicher Geburtsbericht

Am Mittwoch 22:10 Uhr musste ich, bevor wir uns schlafen legen wollten, noch einmal zur Toilette. Ich habe mich also auf die Toilette gesetzt und war gerade fertig als es plötzlich Puff gemacht hat (einfach nur "Pfffff") und dann Platsch kam schon eine wahrscheinlich relativ große Menge an Flüssigkei aus mir heraus. Ich habe beim abwischen gemerkt, dass diese leicht rosa war. Deshalb war ich mir sicher, dass das nur Fruchtwasser sein konnte. Ich konnte von da an nicht mehr aufstehen ohne Wasser zu verlieren, weshalb ich einfach erstmal sitzen geblieben bin. Nach kurzer Zeit hat es angefangen leicht im Unterleib zu ziehen, aber ich dachte das wäre eventuell, weil Mini sich ohne Wasser bewegt. Ich habe dieses Gefühl absolut nicht als Wehe gedeutet dennoch hat mir mein Freund eine Wärmflasche gemacht die ich ein bisschen auf den Bauch gelegt habe. Ich habe gefroren, saß immernoch auf der Toilette und tropfte. Hinterher wurde mir klar, dass ich seit Dienstag Morgens begleitet von einem einmaligen 5-minütigen Nasenbluten (das erste mal in meinem Leben) und anschließendem erbrechen schon ganz leichte Wehen hatte und dass das platzen der Fruchtblase nun das Signal zum Finale war. Das war mir jedoch nicht so bewusst zu dem Zeitpunkt als es passierte. Angeblich werden Kinder ruhiger kurz vor der Geburt doch das war bei uns nicht der Fall. Nach wie vor saß ich da während mein Freund langsam die Kliniktasche fertig packte (die wir kaum gebraucht haben). Wir haben überlegt wo wir hin fahren, ob wir los fahren, ob wir überhaupt in einer Klinik anrufen sollen.. Wir wollten ja eigentlich daheim bleiben so lange es ging. Ca. 22:30-45 Uhr haben wir uns dann doch dazu entschieden die gewünschte Klinik wenigstens einmal anzurufen, weil diese eine Wanne hatte und wir dachten dort sei es einfach an sich schöner für uns, wenn wir länger bleiben wollten. Die Hebamme hat gefragt ob ich schon wehen habe und ich sagte ihr, dass ich das nicht wüsste. Sie meinte wir sollen trotzdem auf jeden Fall kommen, dass sie das prüfen können ob die Fruchtblase tatsächlich geplatzt ist, sollten uns aber ruhig Zeit lassen (war uns klar, haben wir ja auch getan die ganze Zeit). Wir haben dann die Sachen fertig gepackt, mein Freund hat alles ins Auto getragen, ich habe mich mit einer mega fetten Binde dazu überwunden die Toilette zu verlassen, habe mich angezogen und dann sind wir 23:30 Uhr los gefahren. Kurz vor Mitternacht waren wir in der Klinik angekommen. Auf dem Weg dort hin hat sich das Ziehen minimal intensiviert und ich habe geatmet wie ich es gelernt habe und meine Entspannung gehört um das abzumildern, was auch super funktioniert hat. Ich habe es tatsächlich noch nicht eindeutig als Wehe eingeordnet, ich dachte das wäre die Aufregung aber habe trotzdem mal meine Entspannung angemacht und immer schön mit veratmet sobald es gezogen hat, nur zur Sicherheit, um nix zu verpassen. Dementsprechend war ich auch sehr entspannt. Zu dem Zeitpunkt waren es aber wirklich alles noch relativ lange Abstände zwischen den Wehen. Als wir ankamen sollte ich ersteinmal mit meinem Freund in einem Vorwehenzimmer warten. In diesem sollte ich meine Hose ausziehen und mir eine von diesen Netzhosen mit den dicken Binden anziehen. Zusätzlich wurde ein Teststreifen auf die Binde gelegt, dass die Hebammen nachsehen konnten ob sich wohl wirklich meine Fruchtblase geöffnet hat. Die Hebamme war eigentlich sehr nett, aber schon total fertig, weil sie bis wir dort waren in der Nacht bereits 9 Geburten hinter sich hatte. Bis zum Morgen waren es dann 12 Geburten für diese eine Nacht. Wir hatten Glück, dass wir noch ein Familienzimmer eingerichtet bekommen haben, worüber wir auch extrem dankbar gewesen sind. Vielleicht ist es schon öfter vorgekommen, dass Leute mit falschem Alarm in der Klinik ankamen oder es lag daran, dass ich sagte ich weiß nicht so recht ob ich Wehen habe, aber die Hebamme hatte so auf mich gewirkt als würde sie mir das nicht so ganz abkaufen, dass mein Kind jetzt endlich bereit ist das Licht der Welt zu erblicken. Ich bin während ein paar Formalitäten erledigt wurden, noch bestimmt alle 5 Minuten zur Toilette gerannt, weil ich ständig musste. Mein Blutdruck wurde gemessen, mein Befund für die offene Fruchtblase für positiv erklärt und ich wurde ans CTG gehängt. Am CTG habe ich mir nochmal die Entspannung angehört und die Abstände der Wehen die mir immer noch nicht so bahnbrechend erschienen sind wurden immer kürzer. Mein Freund war Anfangs noch am Empfang gewesen um uns anzumelden. Bis er wieder da war hat man mir schon angesehen, dass ich mich sehr auf die Atmung und meinen Körper konzentrierte. Auch mir wurde mittlerweile klar, dass das jetzt Wehen sein müssen und dass ich wohl die ganze Zeit schon welche hatte. Als die Hebamme kam war auch ihr dann klar, dass sie diese Nacht ein weiteres Kind zur Welt bringen wird und sagte uns, dass wir wohl nicht mehr heim gehen werden und dass es sich gelohnt hat in die Klinik zu fahren. Nach dem CTG haben wir noch auf den Arzt warten müssen welcher eine Routineuntersuchung nach der Öffnung der Fruchtblase durchführen sollte. Der Arzt hat ganz schön auf sich warten lassen und ich habe meine Wehen schön veratmet.. in welchen Abständen diese kamen kann ich nicht sagen, wir haben das absolut nicht überprüft, aber es ging noch alles ganz gut und war vor allem durch die Entspannung und das Atmen sehr angenehm. Nebenan beim Arzt haben wir dann einen Ultraschall machen müssen bei dem festgestellt wurde, dass der kleine Mann richtig lag. Außer dem hat der Arzt mir 4 Röhrchen Blut abgenommen und leider wenig Rücksicht darauf genommen ob ich gerade eine Wehe veratme oder nicht. Während ich ganz offensichtlich versucht habe meine Wehen zu veratmen hat mich das Klinikpersonal teilweise zugequatscht und offensiv eine Antwort erwartet. Das hat mich jedoch nicht aus der Ruhe gebracht. Ich dachte mir nur, dass sie eben einfach mal kurz warten müssen. Nach der Blutabnahme sind wir wieder in das kleine Zimmer mit dem CTG gekommen, da mein Muttermund schon nach dem ersten CTG 3-4 cm geöffnet war, haben wir dort dann nur noch auf einen freien Kreissaal gewartet. Das kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit, weil die Wehen nun sehr intensiv waren und ich einfach in einen gemütlichen Raum wollte in dem ich mich endgültig niederlassen kann ohne im Kopf zu haben gleich wieder durch die Klinik laufen zu müssen. Wie viel Uhr wir letzendlich im Kreissaal waren wissen wir gar nicht.. ich vermute ca 2:00 Uhr. Im Kreissaal dann habe ich mich entschieden in die Wanne zu gehen, weil es mittlerweile schon ganz schön heftig gezogen hat. Es war kein unerträgliches Gefühl, aber auch nix was man als angenehm bezeichnen konnte. Ich würde sagen Regelziehen, welches mit einer Wärmflasche und Tee kaum existieren würde trifft es. Als ich dann in der Wanne lag haben wir meine Entspannungsmusik an gemacht. Mein freund wollte mich immer mal graulen, aber das war mir sehr unangenehm. Ich musste mich auf mich und das konzertieren was da gerade in mir passierte. Mein Freund hat sich schließlich hingesetzt und ist eingeschlafen. Ich habe in der Wanne gelegen und zwischen den Wehen ebenfalls geschlafen. Irgendwann kam die Hebamme wieder rein um mich zu untersuchen und mein Freund hat sich wieder zu mir gesetzt. Nun war der Muttermund schon 6-7cm geöffnet. Alle waren erstaunt wie schnell das ging. Mittlerweile hat das aber auch ganz schön gezogen, da hab ich gefragt ob es was homöopathisches gegen Krämpfe gäbe, weil die Hebamme mich voll raus gebracht hat aus meiner Konzentration und ich mein Magnesium nicht nehmen konnte. Ich war erleichtert, als sie mir ein krampflösendes pflanzliches Mittel angeboten haben. Das Mittel hat dann auch bestens funktioniert. Von da an hatte ich einfach absolut kein Ziehen mehr gespürt. Gegen 5:30 Uhr war Schichtwechsel (Gott sei dank. die aktuelle Hebamme war total geschafft und die Bereitschaft sehr laut und nicht gerade einfühlsam. Diese hatte mich in der Wehe direkt angesprochen und außer dem gesagt ich solle mich nur hinlegen in der Wanne, weil sie sonst ihre Arbeit nicht erledigen kann, also CTG messen.) Die vorige Hebamme hat gesagt die Amelie würde jetzt kommen da hab ich mich schon total gefreut und gefragt ob die Amelie H. jetzt kommt... leider nicht, es war eine andere Amelie aber die vorige Hebamme meinte, dass das vielleicht ein gutes Zeichen sei, dass sie auch so heißt. So war es auch. Hebamme Amelie hat dann zwischen 5:30 Uhr und 6:00 Uhr nochmal meinen Muttermund abgetastet, weil ich einen pressdrang verspürt habe und ihn auch schwer noch weg atmen konnte. Schmerzen hatte ich keine, es war eher ein intensives aufbäumendes Gefühl das durch den Körper walzt und beim höhepunkt kam dann der Drang einfach alles rauszudrücken was in mir war. Wie der Schreidrang beim Freefalltower oder Achterbahn fahren fühlte sich das an. Nach dem die Hebamme schaute wie weit wir sind, hat sie gemeint es ist nur noch ein ganz kleiner Saum zu spüren und ich darf dem Drang jetzt nachgeben und einfach mit diesem Gefühl gehen. Auch meine Haltung durfte ich dann Gott sei dank ändern. Ich lag übrigens immer noch in der Wanne . Bevor ich die Position gewechselt habe kamen noch einige Wehen die ich erst einmal verarbeiten musste, mein Freund hat die ganze Zeit an meinem Kopf gesessen. Er durfte mich nicht anfassen, das hätte mich raus gebracht und war mir ohnehin total unangenehm, aber ich habe ihn trotzdem gebraucht. Er war sehr tapfer, denn ich habe in jeder Wehe aufs übelste seine Hand zerquetscht (so kam es mir zumindest vor). Er hat auch schön aufgepasst, dass ich genug trinke um mich und das Baby mit genügend Sauerstoff versorgen zu können. Seine Nähe hat sich einfach gut angefühlt, er hat das richtig toll gemacht. Seit der Muttermund so weit geöffnet war habe ich auch angefangen beim ausatmen immer etwas tiefer zu summen. Das hat irgendwie total gut getan, geräuschlos hat sich angefühlt als würde ich etwas unterdrücken. Als ich dann mal zwischendurch eine längere Wehenpause hatte habe ich mich von der Lage in der Wanne aufgerichtet, ich habe mich dann hingekniet und mich vorne über den Beckenrand gehängt. Mein Freund ist schnell vor gekommen, ich habe schließlich seine Hände dringend gebraucht. Ich habe schon gemerkt wie alles richtig doll nach unten gedrückt hat und auch wie unten dann immer etwas raus gerutscht bzw. runter gerutscht ist und wieder zurück. Das ging dann eine ganze Weile so. Die Hebamme hat mich ein paar mal gefragt ob ich raus aus dem Wasser möchte, aber ich hab mich nicht getraut. Erstens dachte ich, dass ich vielleicht Schmerzen haben werde, wenn ich raus gehe aus dieser "Kompfortzone" und zweitens hat sich das die ganze Zeit angefühlt als würde ich Stuhl ausscheiden und dachte, dass die Wanne eh schon voll sei damit. Ich hatte einfach Angst, ich würde mich dann draußen voll machen. Das wäre peinlich und eklig. Ich hab dann also in der Wanne gehockt und schön weiter gemacht, der Pressdrang wurde immer stärker und ich habe mittlerweile schon etwas lauter mitgetönt. Ich habe mir selbst gedacht es hat sich etwas angehört wie eine Kuh. Ich dachte auch das wäre richtig laut gewesen, war es aber gar nicht laut meines Freundes. Gegen 6:00 Uhr – 6:30 Uhr habe ich langsam die Geduld verloren in dieser Wanne. Ich habe gemerkt der kleine Mann will raus, aber nicht hier drin in dieser Wanne.. Es ist immer wieder alles vor und zurück gerutscht. Ich dachte mir dann ob ich mich voll mache oder Schmerzen habe oder sonst irgendwas, das Kind muss raus und es gibt kein zurück. Also habe ich mich getraut und die Hebamme gefragt wie wir jetzt weiter vorgehen. Sie hat dann nochmal getastet und gemeint, dass der Kopf schon ganz weit unten im Becken ist und ich am besten wenn ich so weit bin einfach langsam aus der Wanne steigen sollte. Das habe ich dann auch getan. Natürlich bin ich ersteinmal schnell zur Toilette gehuscht um nochmal zu checken was da so aus mir raus kommt während einer Wehe. Nichts. Jetzt fühlte ich mich Sicher und betrat wieder den Geburtsraum. Als ich wieder kam hab ich auch schon die nächste Wehe verspürt und mich direkt hin gehockt, das war einfach ein Reflex. Mein Freund kam schnell und ich habe wieder seine Hände genommen. Ich hab mich dann erst nicht getraut aufzustehen bzw. konnte ich auch nicht, weil mich plötzlich eine Wehe nach der anderen überkam. Als nach einigen Minuten mal kurz eine Pause eintraf hat die Hebamme gemeint der Schwerkraft wegen ist es wohl besser, wenn ich versuche aufzustehen. Ich könne wohl auch aufs Bett oder mich am Seil festhalten, wie ich möchte. Das hab ich dann auch versucht. Ich bin aufgestanden und da kam schon die nächste Wehe, ich habe dann meine Arme um den Hals meines Freundes gelegt und mein Gesicht in ihm vergraben, weil direkt die nächste Wehe kam. Es hat sich total gut angefühlt die Körpernähe und den halt zu spüren. So verweilten wir auch eine Zeit lang, bis wieder etwas Ruhe in mir eintrat. Mein Freund hat immer mal meinen Rücken gekrabbelt oder mich in der Wehe etwas am unteren Rücken massiert das hat auch richtig gut getan. Weil die Hebamme es sagte wollte ich es einmal an dem Tuch versuchen - ganz blöde Idee! Das habe ich dann auch schnell gemerkt. Ich habe meinen Freund gerufen und er stande direkt wieder da und musste hinhalten, sich erdrücken und anmuhen lassen. Zwischen den Wehen habe ich immer meine Hüfte hin und her geschwungen. Ich habe nichts bewusst gemacht es ist alles immer einfach so passiert. Die Abstände zwischen den Wehen waren kürzer und die Wehen auch etwas intensiver als vorher aber noch händelbar. So standen wir dann wieder eine Weile. Die Hebamme hatte schon Angst, meine Beine gäben irgendwann nach, aber ich hab ja Kraft und fleißig vorher Sport gemacht. Ich habe gemerkt wie dieses Gefühl des rein- und raus rutschens immer tiefer kam und es fühlte sich auch immer noch so an als käme es aus allen Öffnungen, was es zum Glück nicht tat. Irgendwann (mir kam es vor wie 10 Minuten nachdem ich aus der Wanne gestiegen bin) ich weiß nicht genau wie lange es wirklich war, hat die Hebamme gesagt ich solle mich jetzt am besten aufs Bett knien und mich über die Lehne hängen. Es hat etwas gezogen und gebrannt im intimbereich, ich wusste also es war so weit, gleich ist er da. Als ich wieder eine etwas längere Wehenpause genießen durfte (damit meine ich übrigens immer nur ein paar Sekunden oder eine halbe Minute ca., denn so lange war das nie), bin ich also aufs Bett gestiegen, hab mich hingekniet und über die Lehne gehängt, mein Freund hat sich davor gesetzt und ich habe mir wieder schnell seine Hände geschnappt für die nächste Wehe. Als es mich überkam konnte ich diesen Druck schon mittlerweile richtig gut deuten und wusse, es ist der Kopf der da kommt. Ich war leer was den Darm betrifft da war ich mir mittlerweile sicher und hatte vollstes vertrauen in den Vorgang. Das Ende war nochmal viel Arbeit. Ich hatte einen wahnsinnigen pressdrang, wusste er kommt jetzt, hab mich total gefreut und wusste nur noch ein paar mal feste und es wäre geschafft. Nur ist es leider weder für das Gewebe noch für das Kind gut zu schnell geboren zu werden. Also musste ich mir jetzt wo es hätte schnell gehen können die Zeit lassen. Die Hebamme hat mich angewiesen, ich habe immer gespürt wie sein kleiner Kopf nach unten gerutscht ist und dann sollte ich aufhören zu pressen, tief atmen und alles ist wieder zurück gerutscht. das war irgendwie traurig und schön gleichzeitig. Dieses zurück rutschen immer wieder.. aber ich wusste, dass es Absicht war deshalb war es halb so wild. Als ich das ein paar mal gemacht habe, ich habe auch gemerkt wie meine Scheide ein bisschen gebrannt hat durch die Dehnung, war sie scheinbar weich genug und ich durfte dem Pressdrang wieder etwas nachgeben. Endlich kam auch schon sein Köpfchen raus. Die Abstände zwischen den Wehen wurden wieder ein kleines bisschen länger und ich hatte Zeit mich zwischendurch auszuruhen, dadurch dass ich die Gefühle deuten konnte, konnte ich richtig gut damit umgehen. Nun hing ich da in der Pause, über der Lehne, mit dem Kopf unseres Sohnes zwischen den Beinen und er trug mich als Schlafsack. in der nächsten Wehe sollte ich wieder langsamer machen, zwar mitpressen aber das dann auch schön langsam und trotzdem versuchen tief zu atmen. Letzen Endes habe ich noch 2 oder 3 Wehen gebraucht bis der Körper vollständig geboren wurde, wir wussten dann auch warum. Er ist nämlich ein Großer, aber dafür ganz schlank. Ich habe unser kleines Wunder dann zwischen den Beinen durch gereicht bekommen und ihn gleich auf den Arm genommen. Er war so süß und so warm und gebrechlich. Ich habe mich mit ihm auf den Rücken gelegt und wir haben gekuschelt. Mein Freund hat gemeint er hätte immer mal geweint zwischendurch, weil er so glücklich war. Das habe ich leider nicht mitbekommen, da ich so sehr auf mich selbst konzentriert war. Ich habe dafür absolut garnicht geweint ich war einfach nur total überwältigt und froh und glücklich und konnte nicht aufhören den kleinen neuen Erdenbürger anzuschauen. Er hat noch ein bisschen Fruchtwasser ausspucken müssen, davon hatte er noch etwas in der Lunge gehabt. Wir lagen dann da und haben gewartet bis die Nabelschnur auspuliserte welche mein Freund durchschneiden durfte. Der Arzt hat nach meinem Gewebe geschaut und es war innerlich alles völlig unversehrt. Ich habe einen riss außen in der Scheide gehabt, den hat er dann genäht. Mini hat dann noch ein bisschen mit mir gekuschelt und ersteinmal gestillt. Anschließend hat die Hebamme die ersten Untersuchungen durchgeführt, wir haben aber trotzdem noch ganz lange gekuschelt und uns mit der Hebamme unterhalten. Ich habe mich beflügelt, ja fast schon high gefühlt. Irgendwie als wäre ich stark angetrunken und in bester Laune gerade von der tollsten und krassesten Party meines Lebens am nachhause kommen. Ich hab dann erstmal viel getrunken und etwas gegessen während der frisch gebackene, stolze Papa unseren Burritoman (das war der von Papa erfundene Spitzname für unseren Neuzugang, weil Mini manchmal in einer Decke gewickelt wurde) gekuschelt hat und bei dem wiegen usw. zugesehen hat. Gegen 11-12:00 Uhr haben wir dann unser Zimmer bekommen. An diesem Donnerstag haben wir dann eigentlich nur gestillt, gekuschelt, gegessen und geschlafen den ganzen Resttag und die Nacht. Wir haben noch gewartet bis die 36 Stunden nach Geburt zur Fersenblutabnahme vorbei waren und sind am Freitag Abend bereits nach Hause gefahren. Wir hatten eine wunderschöne Geburt und eine sehr entspannte Wochenbettzeit erleben dürfen, ganz schmerzfrei und komplikationslos. Noch heute kommen uns vor Freude die Tränen wenn wir an die Geburt denken und während ich diesen Bericht überarbeitete (ein halbes Jahr nach der Geburt) könnte ich gerade am liebsten noch einmal eine Geburt erleben. ♡


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